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Die Geschichte des FC Olten

Bildquelle: Oltner Neujahrsblätter, E-Periodica ETH Bibliothek


DER FC OLTEN IM LAUF DER ZEIT

1909 - 1980


In Olten wurde erstmals 1903 Fussball gespielt. Schüler der Verkehrsschule St.Gallen, die Gebrüder Dulla, brachten diese populäre Mannschaftssportart in unsere Stadt.
An dem für unseren Verein denkwürdigen Tag, dem 13. September 1909, fand sich im Hotel Adler eine kleine Anzahl sportbegeisterter Jünglinge zusammen, um den FC Olten ins Leben zu rufen. Es waren dies: Christian Brönnimann, August Brunner, Hans Christen, Max Disteli, Hermann Gasser, Adolf Jäggi, Karl Mösch, Leo Perrin, Walter Siegrist, Emil Spengler, Eduard Wermelinger und Oskar Zimmerli. Als Spielfeld erhielt der Sprössling von Furhalter Lütolf im Gheid eine Wiese zur Verfügung gestellt, auf der sich ein flotter Spielbetrieb organisieren liess. Als erster Präsident amtete übrigens Walter Siegrist. Schon einen Monat nach der Gründung scharten sich 27 Mitglieder um die rotgrüne Vereinsfahne.
Schon im ersten Vereinsjahr entwickelte sich ein reger Spielbetrieb. Im November 1910 wurde der erste Vorstand mit Walter Siegrist als Präsident, Otto Bohrer als Sekretär, Karl Cordier als Kassier und Karl Mösch als Beisitzer bestellt. Die Saison 1910/11 bestritt der FC Olten mit vier Mannschaften. Statt Rot-Grün hiess es fortan Blau-Weiss und in diesem Outfit präsentiert sich der hundertzehnjährige Traditionsverein heute noch.
Bemerkenswertes Detail: Vom Gheid zügelte der FC Olten auf das Krummacker Spielfeld und schliesslich 1911 auf den Sportplatz am Wilerweg. Im gleichen Jahr wurde Paul Michel zum neuen Präsidenten gewählt.

Die sportlichen Erfolge des Fanionteams veranlassten den Klub, ein Aufnahmegesuch an den Schweizerischen Fussballverbands zu stellen. Mit Schützenhilfe des FC Aarau gestatteten die Delegierten das Mitspielen in der zweithöchsten Serie, der damaligen B-Klasse.
"Ein Klub, ein Wille und ein Ziel", so das damalige Motto des Vorsitzenden Paul Michel. Der Fussballsport in Olten gewann immer mehr an Boden - trotz Vorurteilen der älteren Generation - zog er vor allem die männliche Jugend in ihren Bann. Da der FC Olten aber noch über keine Nachwuchsabteilung verfügte, bildete sich vorerst ein Knabenverein unter dem Namen Young Boys Olten.
Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahre 1914 blieb nicht ohne Folgen auf das sportliche Geschehen. Vorerst ruhte nämlich der Spielbetrieb, ehe 1915 wieder Freundscshaftsspiele bestritten wurden. Im Frühling 1916 wurde eine Leichtathletikkommission bestellt. Im April 1919 konnte nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten das Hagmatte Terrain bezogen werden. Auf den Frühling 1920/21 datiert die Wiederherstellung des Wilerfeld-Sportplatzes sowie dessen Bezug unter gleichzeitiger Verlegung das Klublokals ins Hotel Löwen. Der Mitgliederbestand erreichte mittlerweile die Rekordhöhe von 353 FCO - Getreuen. Sieben Teams kämpften um Punkte. Erstes sportliches
Highlight: Das Fanionteam wurde Gruppenmeister, unterlag jedoch im Aufstieg in die Serie A in Luzern dem FC Lugano 0:2.
In der Folge wurde die Infrastruktur wieder zu einem Problem, weil die Anlage am Wilerweg nicht mehr den Bedürfnissen entsprach. Dank der Unterstützung durch die Bürgergemeinde fand der Verein im Kleinholz ein neues Zuhause.
Im Oktober 1924 fand im Rahmen eines hervorragend besetzten Turniers die Einweihung statt. Ein Jahr zuvor erschien die erste Nummer des klubeigenen Vereinsorgans. Der FC Olten wurde in der Folge zu einem polysportiven Verein mit folgenden Sektionen: Fussball, Landhockey, Damenhockey, Leichtathletik, Schwimmen und Skifahren sowie einer Juniorenabteilung. Das Fuder war überladen, weshalb eine Namensänderung in Sportklub Olten abgelehnt wurde.
Die erste Mannschaft wurde erneut Gruppenmeister, scheiterte aber wiederum, diesmal am FC Luzern, am Aufstieg und dies vor der Rekordzuschauerkulisse von 3300 Fans.
Das grosse Reinemachen und die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Fussball fand 1929/30 statt, als unter Präsident Emil Bruggmann die Untersektionen Hockey, Ski und Schwimmen nach der Leichtathletik ebenfalls liquidiert wurden.
Das Aushängeschild, die erste Mannschaft, erkämpfte sich wiederum den Gruppenmeistertitel und promovierte aufgrund der Änderung des Spielklassensystems in die 1. Liga. Damit war ein jahrelang angestrebtes sportliches Ziel endlich Wirklichkeit geworden. In der Saison 1932/33 erfolgte ein Rückschlag: Die Blauweissen wurden nach einer Niederlagenserie wieder in die 2.Liga zurückgestuft. Im Trüben schien aber auch weiterhin die Sonne: Ohne Zuzug fremder,
hochbezahlter Spieler, sondern mit dem eigenen Holz schaffte der FC Olten den Wiederaufstieg.
 
1934 25-jähriges Jubiläum
Am 8.Dezember 1934 feierte der Stadtclub in den städtischen Sälen sein 25-jähriges Bestehen. Sportlich im Hoch, erschienen wenige Monate nach dem Jubiläum zum Spitzenkampf Olten - Aarau 3500 Zuschauer, was Rekord bedeutete. Auch in der Folge blieb der Verein von Turbulenzen nicht verschont. In der Spielperiode 36/37 folgte die Relegation in die 2. Liga, aber finanzielle Sorgen bereiteten den Führungskräften mehr Kopfzerbrechen. Die Gläubiger drängten auf Einhaltung der finanziellen Verpflichtungen. In schwerer Stunde leitete Klubpräsident Walter Meisterhans die Sanierung ein. Am 28. Januar 1938 - ein klubhistorischer Tag - beschloss der Oltner Gemeinderat - beschloss der Oltner Gemeinderat die Ausrichtung eines zinsfreien Darlehens von 7000 Franken, ferner die Gewährung eines Beitrages à  fonds perdu
in der Höhe von 3000 Franken sowie die Erhöhung des jährlichen Beitrages auf 1500 Franken.

Inzwischen wechselte das Präsidium von Walter Meisterhans zu Dr. Rudolf Christen, Zahnarzt. Der angestrebte Wiederaufstieg blieb in der Saison 1938/39 - trotz Gruppenmeistertitel - Wunschtraum: Niederlage gegen Bözingen.

Die Folge vom 2. Weltkrieg war ein reduzierter Spielbetrieb. Die Oltner bemühten sich weiterhin um den Aufstieg, scheiterten aber an Kantonsrivale Derendingen. In der Saison 1944/45 funktionierte es: Der FC Olten wurde wieder "Erstklassig". Erster Gratulant im Klubhaus: Stadtammann Dr. Hugo Mayer. In den folgenden Jahren schrieb der
Stadtclub "Konsolidierung" auf seine Fahne. Der Vorstand konnte Entwarnung geben, das heisst die Sanierung konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

 

1946/47 herrschte in Olten das Cupfieber: Olten empfing Rekordmeister Grasshoppers Zürich vor 3600 Fans - und verlor nach beachtlicher Gegenwehr "nur" 0:3. Der Boom wirkte sich auch positiv auf die Juniorenbewegung aus, die florierte. Die Spiele der ersten Mannschaft wurden durchschnittlich von 1050 Zuschauern besucht (Stand heute 300).
In der Saison 1950/51 fiel die Vereinbarung mit dem FC Trimbach, welche die Wahrung der freundschaftlichen Beziehungen zum Ziele hatte. Es wurde Abmachungen über Spielerübertritte, Spielansetzungen und die Durchführung von Freundschaftsspielen unterzeichnet. "Ein Neujahrsgeschenk an die Mitglieder beider Vereine", wurden damals festgehalten.

Ein halbes Jahrhundert FCO
Im Gegensatz zu früher, wo finanzielle Engpässe zu überwinden waren, blies der Verein im Jahr seines 50. Geburtstages sportlich ein eisiger Wind ins Gesicht. Mit Rudolf Scheurer (Bettlach) als neuem Trainer glückte die Klassenzugehörigkeit mit dem letzten Kick (5:1 Sieg gegen ProDaro Bellinzona). Trotzdem, oder gerade deswegen, wurde das 50-Jahr-Jubiläum (15. und 16. August zu einem eindrücklichen Event.
1957 übernahm Walter Luterbacher das Vereinsschiff. Aber auch ihm und seiner Crew blieben Rückschläge nicht erspart. Nur ein Jahr nach dem Jubiläum der sportliche Alltag: Abstieg der ersten Mannschaft in die 2. Liga.
An der 52. GV 1961 leitete Luterbacher seine letzte GV. Dr.jur. Ernst Brügger wurde ins anspruchsvolle Amt berufen.
1963 promovierte Olten wieder in die 1.Liga.  Das Trainerkarussell drehte sich in der Folge immer schneller: Auf Heming folgte der Bieler Hans Wiedmer und 1967 nach sieben Niederlagen löste René Kunz, der Grenchner Sportlehrer, den Seeländer ab. Doch nicht genug der klangvollen Namen: Wer erinnert sich nicht an die Basler Legende Gody Stäuble, der später für Gerhard Studer den Sessel räumen musste.
An der 60. Rechenschaftsablage wurden Hans Bohrer für 322 und Guido Beer für 350 Spiele in der ersten Mannschaft geehrt. Zuvor wurde Hansjörg Schaad als 17. Präsident des FC Olten "vereidigt".

1969 wurde mit der Durchführung des ersten Schülertuniers ein weiterer Meilenstein in der unverwechselbaren Vereinsgeschichte gesetzt. Ein Markstein war auch die Gründung einer Lotto-Gemeinschaft zusammen mit dem UOV und der Sälizunft. Sportlich war der Wiederaufstieg in die 1.Liga wieder ein Thema. Mit dem Engagement von Spielertrainer Dirk Stülcken schien der Grundstein dazu gelegt worden zu sein. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Der FC Olten scheiterte am
FC Laufen und dies nach einer 0:2 Heimniederlage.
1979, im Verlaufe der Vorrunde, trat Hansjörg Schaad unvermittelt als Präsident zurück und wurde interimistisch durch Dr. Arthur Haefliger ersetzt.

An der GV wurde dann Hans Bohrer als Führungsmann das Vertrauen ausgesprochen.
1980 wurde das Gesuch betreffend den Bau eines Klubhauses von den Behörden genehmigt.

Quelle
Aus dem Jubiläumsbuch 100 Jahre FC Olten, bearbeitet von Walter Ernst, Grundlage der Zusammenfassung Festschrift diente die Festschrift 75 Jahre FC Olten


ZUSAMMENFASSUNG AUS DEM FACEBOOK BEITRAG VON KUNO BLASER

Schillernde Figuren tauchten immer wieder im Vereinsleben auf. Eine unvergessliche ist bestimmt Dirk Stülcken. Welcher Fussballfan im Kanton Solothurn erinnert sich nicht an den Deutschen Spielertrainer Oltens, der vom legendären Fussballclub St. Pauli Hamburg anno 1969 den Weg in die Dreitannenstadt fand?
Kuno Blaser lernte den damaligen Spielertrainer in seiner Zeit als Konditionstrainer kennen. Dirk stand in den sechziger Jahren im Kader des deutschen Oberligisten St. Pauli Hamburg, das damals um den Aufstieg in die neugegründete Bundesliga kämpfte. St. Pauli nimmt man in Deutschland bis auf den heutigen Tag als Kultverein wahr - man spielte dort immer einen „ehrlichen“ Fussball, der da heisst: Kämpfen und Knochen hinhalten! Diesen rustikalen Geist brachte Dirk Stülcken mit und verbreitete ihn auf den Fussballplätzen des Kantons. Man sagte bisweilen: Stürmer, die gegen Dirk anzutreten hätten, müssten zwei Schienbeinschoner tragen. Ausserhalb des Spielfeldes entpuppte sich Dirk aber als äusserst liebenswürdiger und sensibler Mensch. Nur auf dem Fussballplatz, dort aber kompromisslos, verfolgte er ausschliesslich ein Ziel: Den Sieg! Darunter litt zugegeben auch mal die Fairness und sein Feuer, sein Gift, das er in die Fussballspiele brachte, machten ihn ausserhalb der Stadt nicht überall beliebt.

Trotzdem gelang Olten unter seiner Führung der Aufstieg in die 1. Liga nicht. Dorthin hätte der FC Olten eigentlich aufgrund der Infrastruktur, die dem Verein zur Verfügung stand, hingehört. Ich erinnere mich des hudligen Wetters wegen an trostlose Trainings auf dem altehrwürdigen Kleinholz, wo uns gleichzeitig aus der Eishalle der Torjubel tausender von Zuschauern entgegenhallte, der den Cracks des EHC Olten galt. Da hielt Dirk nicht nur einmal inne und mahnte uns: Dorthin wollen wir auch! Dies blieb ihm trotz all der Bemühungen vergönnt. Das Warum mag ich hier nicht kommentieren, höchstens eine alte Weisheit verraten: Hochmut kommt öfters vor dem Fall... beim FC Olten nicht des guten Dirkes wegen, das sei noch beigefügt. Unter seinem Nachfolger Daniel Friedländer liess Dirk seine Karriere als Spieler in der Saison 73/74 ausklingen. Er hinterliess eine Lücke, eine Lücke, die bis auf den heutigen Tag „im Netz“ augenfällig ist: Die Saison 73/74 präsentiert sich dort in einer Tabelle der FCO Trainerpersönlichkeiten als inexistent...

 

Quelle

https://www.facebook.com/groups/stadtolten/permalink/10156027877346402/


1980 - 1990


An der 71. GV blickt der nimmermüde Hans Bohrer, der sich später auch als Trainer bewährte, auf ein erfolgreiches erstes Präsidialjahr zurück. "Die hauptsächlichsten Ziele wurden erreicht", so Bohrer, der den guten finanziellen Abschluss sowie die Leistung der ersten Mannschaft lobte, die erst in einem Entscheidungsspiel gegen Deitingen um die Früchte des Gruppensiegs gebracht wurde. Während Hans Büttiker zum Ehrenmitglied sowie Urs Niggli und Ueli Schenk zu Freimitglieder ernannt wurden, gedachten die Mitglieder den verstorbenen Arnold Grütter, Hans-Walter Meister, Leo Schürmann und Jules Sorg. Als wesentliche Mutation musste damals der Rücktritt von Jochen Dries als Trainer der ersten Mannschaft zur Kenntnis genommen werden.
Nach drei Jahren Trainertätigkeit beim Stadtclub räumte Dries den Sessel und machte dem damals 32-jährigen NLA-erfahrenen Rolf Feuz, der vier Jahre den Sportclub Derendingen betreute und diesen 1. Liga-tauglich machte. "Bin ehrgeizig: Wenn ich nicht hätte, dass in Olten etwas zu machen ist, wäre ich nicht zum FCO gekommen", sagte der Blodschopf. Und Hans Bohrer ergänzte:" Wir erhoffen uns von diesem Engagement neue Motivation für die Spieler, neue Abwechslung im Training".
"Olten im Torrausch", nachdem die Städter Egerkingen 7:0 demütigten, "oder wieder ein Spitzenkampf in Olten", so titelte später die Regionalpresse. Dank eines 2:0 Heimsiegs gegen Subingen sicherte sich der FC Olten nach genau zehn Jahren wieder den Gruppensieg. Gegner in den Aufstiegsspielen zur 1. Liga waren Zug und Thun.
Vor 1750 begeisterten Zuschauern besiegten die Oltner den von Hanspeter Latour gecoachten FC Thun mit 3:0. Ein klares Urteil: "Das war Klasse!" Die Oltner Torschützen Rätz und zweimal Marti. Im Rückspiel verhinderte Oltens Keeper Dasen eine Niederlage: 0:0 lautete das Verdikt im Stadion Lachen. Dank der Schützenhilfe der Innerschweizer, die Thun 3:0 bezwangen herrschte in Olten Freudentaumel, 14 Jahre nach der Relegation waren die Dreitannenstädter wieder 1.Liga-klassig.

Die 72. Rechenschaftsablge, lediglich von 59 Mitgliedern besucht, stand ganz im Zeichen des sportlichen Erfolges. Auf knapp einer Schreibmaschinenseite fasste Präsident Hans Bohrer die Ereignisse des nachhaltigen Vereinsjahre zusammen. Schritt mit den Aktiven hielten auch die A-Junioren, die den Aufstieg in die Inter-A-2-Klasse bewerkstelligten. Ernst Zimmerli und Hanspeter Gilomen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Ein Jahr danach, nämlich an der 73. Hauptversammlung die sowohl sportlich wie finanziell mit goldenen Lettern in die Geschichte einging, belegte das Fanionteam doch mit 26 Punkten den neunten Rang und dank Mehreinnahmen von 7600 Franken konnten die Schulden auf 11200 Franken reduziert werden. Grosse Hoffnungen setzte in der zweiten Saison der 1. Liga Zugehörigkeit Rolf Feuz auf die Neuerwerbung Paul Vögeli, der zehn Jahre beim FC Luzern kickte und mit den Leuchten 350 NL-Spiele bestritt. Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die A-Junioren wurden wieder in die Region zurückgestuft. Aus dem Kader verabschiedet wurden: Torhüter Dasen und Hans Wegmüller. Der 74. Marschhalt vermittelte ein Hauch von Jubiläumsduft. Die erste Mannschaft etablierte sich in der vorderen Hälfte der 1.Liga Präsident Hans Bohrer vertagte seinen Rücktrittsentscheid. "Es macht keinen Sinn den Verein ohne Führungskraft ins Jubiläumsjahr einschwenken zu lassen." Finanzchef Rolf Marti konnte einen Gewinn von 2106.45 Franken ausweisen. Ein sportliches Highlight mit Blick auf europäische Fussballfelder war im Rahmen des Trainingslagers des FC Olten im spanischen Estepona ein Testspiel gegen das BRD-Olympiateam, das "standesgemäss" 1:10 verloren ging.

75 Jahre FC Olten

1984 beging der FC Olten mit verschiedenen Aktivitäten sein 75-jähriges-Jubiläum. Höhepunkt war das Jubiläumsspiel vom 28. Juli zwischen dem deutschen Bundesligisten SV Werder Bremen, angeführt von Startrainer Otto Rehagel und dem NLA-Vertreter FC Aarau. Die grosse Show des Graziosa-Balletts Olten, aber auch Einlagen wie "Fussball einst und jetzt" sowie "Fussball rund um die Welt" sowie die Ballnacht des Jahres mit der Pepe-Lienhard-Band im Stadttheater waren weitere Höhepunkte des exklusiven Jubiläums.
Die Jubiläums-GV stand schliesslich im Zeichen der Wachtablösung an der Vereinsspitze: Nach erfüllter Präsidialzeit trat Hans Bohrer, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde, zurück. Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident Heinz Brotschy. Brotschy versprach in seiner Antrittsrede, dass inskünftig beim FC Olten wieder etwas mehr vom Sport statt vom Geld die Rede sein werde, wobei sein Augenmerk wieder konzentrierter auf den Nachwuchs gerichtet sei. In seinem Schlusswort bedauerte der scheidende Präsident, dass das Fanionteam statt eines Aufstiegsplatzes nur den dritten Rang erreichte. "Wegen einer unerklärlichen Heimschwäche sei dieses Ziel jedoch knapp verpasst worden."

Der grosse Aufstieg

1985/86 war es dann soweit, der FC Olten schaffte den Aufstieg in die NLB. Rolf Feuz, der Meistermacher, erinnert sich an die Aufstiegsspiele gegen den Sportclub Kriens und den Traditionsverein FC Bern. "Aufstieg geschafft", lautete damals der Tenor im Aarestädtchen. Die Krönung war der Titel eines 1.Liga-Meisters. Gegner um die Krone war Malley Lausanne (u.a. mit Stéphane Chapuisat).
 
Die Saison 1986/87 verlief trotz aller Freude über den erstmaligen Aufstieg in Nationalliga B sehr turbulent. Die Regionalpresse titelte: "Der erste Punkt bleibt immer noch Wunschdenken des 1.Liga-Meisters." Was war geschehen: Der FC Olten unterlag dem SC Kriens 0:2 und zierte nach drei Runden mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:12 das Tabellenende. Am 26. August wurde der Spielertrainer Hans Franz beim Liganeuling entlassen. "Gestern Dienstag entschloss sich die Geschäftsleitung des FC Olten mit Präsident Heinz Brotschy, den auf die erste NLB-Saison verpflichteten Spielertrainer Hans Franz mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Nachfolger wird der bisherige technische Direktor des FCO - Paul Stehrenberger. Ihm zur Seite steht der Aktive Richard Büttiker, der das Fanionteam vertritt." Franz lehnte damals einen Spielervertrag ab. Ende April 1987 trennte sich mit sofortiger Wirkung der FC Olten von seinem Trainer und Technischen Direktor Paul Stehrenberger. Der Vorstand des abstiegsbedrohten NLB-Aufsteigers begründete den Schritt mit der momentanen prekären Tabellenlage. Im Heispiel vom 25. April gegen Martigny sass bereits Rolf Feuz auf der Trainerbank - trotzdem ging der Match gegen die Unterwalliser mit 0:1 verloren. In der Folge jagten sich die Sitzungen hinter den Kulissen des FC Oltens. Einziges Thema: "Wie weiter mit dem Stadtclub?" Innerhalb von 24 Stunden überstürzten sich die Ereignisse: Nach der Entlassung von Stehrenberger beendete nach der Niederlage gegen Martigny auch Rolf Feuz sein "Gastspiel" auf dem Kleinholz. Präsentiert wurde eine neue Übergangslösung mit Paul Vögeli als Trainer und Markus von Felten als Coach.

Knapp eine Woche nach der Interimslösung Vögeli und von Felten wurde die FCB-Legende Karl Odermatt als Trainer für den Rest der Saison verpflichtet. Nach der 0:1 Niederlage gegen Baden (mit Odermatt als Spion auf der Tribüne) war es soweit: Am Sonntag des 3. Mai wurde im Clubhaus des FCO Odermatt durch Pierre Waeber als neuen Trainer vorgestellt. Anschliessend fand unter seiner Leitung ein leichtes Footing statt. Odermatt erinnert sich an den Kontakt mit Pierre Waeber und da der Basler ohne Trainerjob war, ging alles sehr schnell und unbürokratisch. "Ich war von René Erlachner und Co. sofort begeistert, wobei mich der Teamgeist und die gute Kameradschaft zusätzlich beeindruckten." Das erste Spiel unter dem neuen Chef gegen Schaffhausen ging 1:3 verloren und der Karli meinte energisch: "Es kann doch nicht jeder einfach sein Spiel spielen". Und dann am 28. Juni 1987 der Befreiungsschlag: Dank eines 2:1 Heimsieges über Altstetten (Erlachner zweifacher Torschütze) schafften die Blauweissen vor 1200 Zuschauern den Ligaerhalt. Odermatts erste Reaktion: "Für den Fall, dass wir den Ligaerhalt schaffen, ist eigentlich abgemacht worden, dass ich Trainer bleibe", so der Altinternationale. An der 78. Generalversammlung wurde der Unternehmer Werner Hofstetter anstelle von Heinz Brotschy zum neuen Präsidenten gewählt. Kaum auf dem Präsidentenstuhl Platz genommen, sorgte Hofstetter mit einem Paukenschlag für Aufsehen. Otto Luttrop, beim 1. FC Saarbrücken (2. Bundesliga) beurlaubt, löste überraschend Karli Odermatt als Cheftrainer ab. Für den eben aus den Ferien zurückgekehrten Odermatt kam dieser Schachzug einem Überaschungscoup gleich. "Ich war total frustriert, als ich aus den Ferien zurückkehrte, stand der Luttrop auf dem Platz." Der Bebbi schiebt nach, dass die Spieler eigentlich mich und nicht den Deutschen wollten. Im Communiqué wurde festgehalten, dass Odermatt dem FC Olten im Marketingbereich erhalten bleibe, doch daraus wurde nichts, weil er es vorzog, den FC Olten zu verlassen. Trotzdem verbinden Odermatt heute noch gute Erinnerungen an die Dreitannenstädter. Deshalb abschliessend sein Wunsch: "Ich hoffe, dass der FC Olten den Ligaerhalt schafft. Ich wünsche Erlachner, dass er an frühere Erfolge anknüpfen kann und dass alle Oltner wieder Freude am faszinierenden Fussballsport haben."
Mitte Juli 1987 rückte der Kader des FC Olten unter dem neuen Coach Otto Luttrop in ein einwöchiges Trainingslager nach St. Moritz ein. Trotzdem ging Ende Saison das NLB-Abenteuer zu Ende.

Quelle
Aus dem Jubiläumsbuch 100 Jahre FC Olten, bearbeitet von Walter Ernst

 


ZUSAMMENFASSUNG AUS DEM FACEBOOK BEITRAG VON KUNO BLASER

1987 Otto Luttrop im Fussballgarten Oltens, um ihn versammelt ein Sammelsurium von auswärtigen Profis vornehmlich zweiter Klasse, denen nach dem Abgang „Höfis“ die Löhne aus der finanziellen Notlage des FCO heraus gekürzt wurden, was sie natürlich nicht zu Höchstleistungen anstachelte. Mitten drin auch einheimische Spieler mit Herzblut, wie René Erlachner, Charly Grütter oder Paul Vögele, die sich schwer taten, nach dem populären Karl Odermatt sich an den unnahbar und kühl sich gebenden Otto Luttrop zu gewöhnen. Das letzte Spiel der Saison 87/88 gegen den FC Winterthur musste um den Abstieg entscheiden. Vorher kam an die Öffentlichkeit, dass in der folgenden Saison Luttrop der neue Trainer des FC Winterthur sein würde. Luttrop vertraute mir das schon früher an und versicherte, dass er Profi sei und er es als seine Pflicht ansehe, jeweils das Team, das er betreue, zum Siege zu führen.
Anders sah es der Vorstand des FC Olten unter Eugen Gribi. Man traute der Sache nicht und witterte ein Komplott. Mit ensprechend intern vergifteter Atmosphäre startete der FCO im Kleinholz in die Partie. Keine Aufstellung Luttrops hätte unter diesen Voraussetzungen den Ansprüchen gerecht werden können. Die Partie ging 0:5 verloren. Ich sass in jenem schicksalshaften Spiel am 21.5 1988 neben Luttrop auf der Trainerbank und erlebte ihn sachlich und emotionslos seine Anweisungen durchgeben. Diese entsprachen jeder Fussballlogik! Zum Sieg reichte es bei weitem nicht, es fehlte an Klasse und Leidenschaft, zu flügelarm agierten die auswärtigen Spieler! Den Klassenerhalt setzte ich mir bei Amtsantritt doch als Ziel! In einer finanziell aussichtslosen Situation und mich zwischen zerstritten Fronten bewegend, entpuppte sich solches als nicht machbar. Schade, dass das Unterfangen nicht gelang, meine ich auch heute noch!
Otto Luttrop verabschiedete sich vom FC Olten „französisch“. Mir allerdings reichte er nach dem Spiel noch die Hand. Ich hätte mich fair verhalten, meinte er und dankte.

 

... Noch etwas zum FC Olten. Auch wenn es sportlich gereicht hätte: Der FCO wäre damals nie und nimmer in der Lage gewesen, die NLB finanziell zu stemmen. Das erkannte der kluge Eugen Gribi nach Durchsicht der Akten gleich bei Amtsantritt. Ich hatte auf sein Geheiss hin für den FCO noch den Trainer für das Danach zu evaluieren und fand im Langenthaler Willi Neuenschwander eine überzeugende und gerade Persönlichkeit für das Traineramt des FCO. Das geschah im Bewusstsein, dass wohl unter den gegebenen Voraussetzungen auch die 1. Liga für Olten eine Nummer zu gross sein wird. Immerhin verpassten wir aber 1988 dem FC Olten ein zukunftweisendes, durch den Verein breit abgestütztes Leitbild. Dieses sollte verhindern, dass niemals solche Misstritte geschehen konnten, wie unter „Höfi“ ausgestanden. Es sollte verhindern, dass Leute mit überrissenem Geltungsdrang oder unverantwortliche Funktionäre je wieder den Verein in Schieflage bringen können.

 

Quelle

https://www.facebook.com/kuno.blaser/posts/2603435166366632


 FCO Saison 1987/88:

Mittlere Reihe: v. Rechts Trainer Otto Luttrop, Hutka, Gusti Granata, Patrick Gribi, Nocita, Josip Kalauz, Gerry Fritschi, links aussen Sportchef Kuno Blaser.

Obere Reihe v. Rechts: ?, Paul Vögeli, René Erlachner, Martin Galli, Fabian Stirnimann  

Untere Reihe v. Rechts: Michael Gänsler, Charles Grütter,?, Jean Louis Schafer, Marc Müller, ?

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